20. Heimat- und Geschichtsstammtisch

Zum 20. Heimat- und Geschichtsstammtisch unseres Vereins im Gartenheim „Am Waldbach“ wurde für Mittwoch, den 19. September 2018 eingeladen. Referent war Rolf Schmalfuß, Einwohner von Klaffenbach, der zum Thema: „von TAUBE – Aufstieg und Niedergang eines westfälischen, baltischen und sächsischen Adelsgeschlechtes“ gesprochen hat. Über 10 Jahre hat der Referent recherchiert, Informationen gesammelt und ausgewertet und letztlich seine Erkenntnisse in einer Arbeitsschrift verfasst sowie einen bildhaften Vortrag dazu erarbeitet. Die Familie von TAUBE war für uns Klaffenbacher insofern bedeutsam, da sie über 200 Jahre Schloss und Gut Neukirchen (das heutige Wasserschloss Klaffenbach) bewirtschaftet und überwiegend auch in fünf Generationen bewohnt hat. Ausgangspunkt dafür war Dietrich von TAUBE (1596-1639), welcher am kursächsischen Hof zu höchsten Ämtern (Oberstallmeister und Oberhofmarschall) gelangte. Er wurde mit Schloss und Gut Neukirchen, daneben auch mit den Dörfern Neukirchen, Klaffenbach und Burkhardtsdorf belehnt (1615) und hatte aber seinen Lebensmittelpunkt, soweit ihm das innerhalb der militärischen Aufgaben im 30jährigen Krieg erlaubte in Dresden. Er ließ den Besitz verwalten wie auch seine erbberechtigten Brüder, die den Besitz nach dessen Ableben empfingen.

Die Vorfahren Dietrichs stammten aus baltischem Ritteradel, welche als Ordensritter im 13. Jahrhundert aus Westfalen nach Livland (heute Estland) gelangten und für ihre Dienste mit Landbesitz belohnt wurden. Der Familienstamm nahm eine 300jährige erfolgreiche Entwicklung und wurde durch den polnischen König 1572 baronisiert. Dietrich von TAUBE kam letztlich durch ein Lebensschicksal im Kindesalter nach Sachsen, er war mit seinen Brüdern zu Vollwaisen geworden und die Anverwandten haben die Brüder zur Sicherung des Erbes an verschiedene Höfe weitervermittelt. Nachdem drei Erblinien erloschen waren hat letztlich Johann Georg II. von TAUBE (1654-1709) im Jahr 1694 das gesamte taubesche Erbe übernommen und er ist aus dem Militärdienst, in dem er einen mittleren Offiziersrang einnahm, ausgeschieden, um sich im Weiteren um die Ökonomie seines Besitzes zu bemühen. Er war Erbherr auf Neukirchen, Klaffenbach und Burkhardstdorf, Höckericht, Frankenthal und Zadel sowie Hallinapp in Livland. Mit dem Erbantritt hat Johann Georg II. das Schloss Neukirchen bewohnt und das setzte sich fort in den weiteren Generationen bis 1819. Zwischenzeitlich spaltete sich in der Familie ein Zweig nach Niederpöllnitz (heute Thüringen) ab und der letzte TAUBE auf Neukirchen, Claus Moritz, verkaufte den Besitz an den Schneeberger Kaufmann Hähnel. Claus Moritz von TAUBE ging nach Bayern, um den Klosterhof (Prielhof) des Klosters Scheyern bei Pfaffenhofen zu erwerben (1822). Dessen Sohn, Oskar Hermann von TAUBE, war zu der Zeit noch im Kindesalter, von ihm ist lediglich bekannt, dass er Rittmeister eines württembergischen Regiments war. Mit ihm ist vermutlich dieser letzte sächsische TAUBE-Zweig erloschen.

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