1. Heimat- und Geschichtsstammtisch am 21.09.16

Nach langen Vorbereitungen führten wir unseren 1. Stammtisch zur dscf6106_korr_kleinHeimatgeschichte im Gartenheim am Waldbach durch.
Der Verein begrüßte zahlreiche Gäste, so waren ehemalige Lehrer und Mitwirkende an der Entstehung des Klaffenbacher Buches gekommen.
Herbert Landrock, Konrad Schmidt und Helfried Walter gilt besonderer Dank bei der Mitwirkung zum Stammtisch.dscf6112_klein
In Präsentationen wurde zunächst der Verein mit seinen Zielen und Projekten vorgestellt, die Gäste erzählten Anekdoten zum Klaffenbacher Buch, zu Schul-und Heimatfesten.

Anschließend wurde die zur Kirmes kurz gefasste Schulgeschichte in einer etwas erweiterten Präsentation vorgestellt, dabei wurden seltene Ansichten der Schule und ihrer Umgebung gezeigt.

Interessierte zeigten sich überrascht von der Vielzahl von Fakten und stellten im Anschluß zahlreiche Fragen.fp-stammtisch-23-09-2016

Wir hoffen natürlich auf ebensolches Interesse zum den kommenden Veranstaltungen, zu denen wir Sie jetzt bereits einladen.

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Wanderung des Geschichtsvereins ins Klaffenbacher Oberdorf am 17.09.16

Am Samstag den 17.09.16 führten wir gemeinsam mit Mitgliedern des Heimat- und Geschichtsvereines Adorf ein Wanderung durch den oberen Ortsteil durch.
Trotz zahlreicher Aushänge und Einladungen kamen leider nur wenige Gäste.

Start der Wanderung
Start der Wanderung

Bei nasskaltem Wetter begab sich eine kleine Gruppe auf die Spuren der Klaffenbacher Ortsgechichte. Mitglieder des Geschichtsvereines hatten zu jeder Station eine kleine Erläuterung vorbereitet.

Erläuterungen zum alten Straßenverlauf
Erläuterungen zum alten Straßenverlauf
Ausblick zur Kirche
Ausblick zur Kirche

Beginnend am Viertelmeilenstein ging es zum Rödelgut mit dem typischen Aussiedlerhaus, zur Schule, dem St.Arno Kreuz, zur Gartenbahn der Fam Meyer mit dem detailgetreuen Schulmodell.

An der Gartenbahn, Hr Meyer erläutert das Entstehen
An der Gartenbahn, Hr Meyer erläutert das Entstehen

Weiter ging es zur Steinbruchsiedlung mit dem Ausblick zur Bergschenke und dem schwarzen Born und dem Gut der Familie Richter (ehem. Auerswald), in dem noch eine alte Scheune in ihren Bauweise erläutert wurde.

die alte Fachwerkscheune
die alte Fachwerkscheune

Dorfabwärts ging es über den Hangweg zum Gartenheim, wo sich die Wanderer stärkten und eine kleine Gegenüberstellung zu historischen und jetzigen Ansichten und Gebäuden Klaffenbachs gezeigt wurde.

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Schulgeschichte zur Kirmes in Klaffenbach

Der Geschichtsverein Klaffenbach e.V. beteiligte sich in diesem Jahr mit einem Beitrag zur Schulgeschichte auf der diesjährigen Kirmes in Klaffenbach, die am 10.09.16 von 14-18.00 Uhr an der Adorfer Straße stattfand.
Die Klaffenbacher Vereine, die Feuerwehr, die Schule und Kirchgemeinde gestalteten bei sehr schönem Wetter einen bunten Nachmittag an der Kirche, wie die nachfolgenden Impressionen zeigen.

Auf dem Festplatz
Auf dem Festplatz
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Unsere Ausstellung
Verkaufsstand des Geschichtsvereins
Verkaufsstand des Geschichtsvereins

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Die Klaffenbacher Bergschenke

Beiträge zur Heimatgeschichte Teil 2

Das Sächsische Staatsarchiv besitzt ein altes Gerichtsbuch der Rittergutsherrschaft Neukirchen, das über die Grundstücksverkäufe und Erbteilungen in Klaffenbach ab dem Jahre 1702 Auskunft gibt. Mitunter reichen die Informationen auch weiter in die Vergangenheit zurück, etwa dann, wenn ältere Verträge als Abschriften in spätere Urkunden eingeflossen sind. Ein solcher Fall gestattet uns Einblicke in die Entstehungsgeschichte der Klaffenbacher Bergschenke.
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Abbildung 1- Bergschänke um 1936

Der Kaufvertrag des Bauerngutes Klaffenbacher Hauptstr. 161 aus dem Jahre 1719 beschreibt die Lage dieses Gutes als “… zwischen George Klugens wüstem und Peter Hähnels Wohn Guthe, wie auch umb gnädiger Herrschafft Schenke herumb gelegen…”
Dann heißt es: “… insonderheit wegen gnädiger Herrschafft Schenke als zu welcher von diesen Guthe der Plaz von Samuel Hähneln damahligen Besizern des Guths unwiederruffl. gelaßen worden /: besage des untern 27. Octobr: 1671. von damahliger gnädiger Herrschafft Herrn Herrn [sic!] Reinhard Dietrichen Freyherrns von Taube confirmirten Contracts :/ dieses Inhalts:”
Die Gutsherrschaft erwarb somit 1671 Land zur Errichtung “eines neuen Schenckhaußes und Stalles uff der ober Claffenbacher”. Zehn Steuerschocke wurden vom Gut auf die neue Schenke übertragen.
Außerdem sollten die Ackerflächen von der Landstraße bis herein ins Dorf von Mitfasten bis Michaelis von der Neukirchner Schafhütung verschont bleiben.
Der Besitzer des Gutes sollte in Seuchenzeiten weder mit Beherbergung noch dem Abtransport von Kranken aus der Schenke behelligt werden, auch durfte er sich wegen Ungelegenheiten “offtmahls von losen Gesindel geschehend” jederzeit um Hilfe an die Gutsherrschaft Neukirchen wenden. Die Gutsherrschaft behielt sich hingegen den Weiterverkauf der Schenke vor. Auch eine Erweiterung der Schenke um eine Schmiede oder ein anderes Gebäude gegen Wegnahme weiterer sechs Steuerschocke sowie das Anlegen von drei Brunnen mit Röhrleitungen auf dem Grund des Bauerngutes hinter der Landstraße sind ausdrücklich im Vertrag genannt. Zu guter Letzt sollten “die uf der Schenke sterbende Menschen einen freyen Leichenweg doch hinter seinem Hoff uff der obern seiten bey der Scheune vorbey herein in seine Gaße bis ins Dorff Claffenbach iederzeit ungehinderheit behalten.” Dieser letzte Passus ist insofern interessant, als er beweist, daß der normale Fernverkehrsweg eben nicht durch das Dorf führte, sondern in etwa der heutigen Trassenführung der B95 entsprach.
Die Schenke verblieb zunächst im Besitz der Gutsherrschaft. Am 20. April 1753 verkaufte Marianna verwitwete Freifrau von Taube, geb. von Schönberg die “sogenannte Berg-Schenke zu Claffenbach” für 500 Taler an Johann Gottfried Friedrich aus Euba. Bis 1862 waren die Friedrichs nun Wirte und Posthalter in der Bergschenke. Wie die Schenke zu dieser Zeit ausgestattet war, darüber vermittelt der Eintrag im Brandkataster von 1839 eine Vorstellung.
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Abbildung 2 – Eintrag der Bergschenke im Entwurf zum Brandkataster 1839, Besitzer war damals Karl August Friedrich

Neben dem Wohnhaus mit angebautem Backofen sind ein Scheun- und Stallgebäude, ein Pferdestall- und Schuppengebäude mit angebauter Schmiedewerkstatt, ein bloßes Stallgebäude und das Wasserhaus aufgezählt. Während dieser Zeit wurde in der Schenke offenbar sogar Brot gebacken, denn es gibt einen allerdings durchgestrichenen Hinweis auf einen Brotschuppen. Einige Feldkäufe im 19. Jahrhundert deuten darauf hin, daß auch eine eigene Landwirtschaft unterhalten wurde.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es nicht nur mehrere Besitzerwechsel, sondern auch größere bauliche Veränderungen. So erfolgte 1883 ein Neubau anstelle eines abgebrannten Seiten- u. Wohngebäudes und der Abriß eines Teils des Hauptgebäudes. 1912 kam es zu einem weiteren Um- und Ausbau durch die Familie Langer. Am 12./13. Februar 1945 brannte das gesamte Anwesen nach einem Luftangriff aus Löschwassermangel nieder. Die Gastwirtschaft konnte zwar 1951 durch die Tochter, Frau Hauschild wieder eröffnet werden, mußte aber schon drei Jahre später wieder schließen. Die Familie Langer hatte danach nur noch etwas Landwirtschaft. Später befand sich auf dem Gelände ein Stützpunkt des Straßen- und Winterdienstes.

Quellen zu diesem Artikel:

  1. Andreas Bochmanns Kauf um seines Vaters Christian Bochmanns hinterlassenes Gut,Sächs. Staatsarchiv, StA Chemnitz, 12613 Gerichtsbücher, Nr. 188 Klaffenbach, fol. 125
  2. Erörterung über die Regulierung der Hufenverhältnisse in den unter das Rittergut Neukirchen gehörigen Dörfer, Sächs. Staatsarchiv, StA Chemnitz, 30727 Grundherrschaft Neukirchen bei Chemnitz, Nr. 214
  3. Johann Gottfried Friedrichs Kauf und Lehn über die Bergschenke, Sächs. Staatsarchiv, StA Chemnitz, 12613 Gerichtsbücher, Nr. 188 Klaffenbach, fol. 380
  4. Die Besitzverhältnisse des Dorfes Klaffenbach in der Amtshauptmannschaft Chemnitz, Sachsen. 1569-1936, Otto Max Schüppel, Typoscript
  5. Unsere Heimat Klaffenbach, Geiger-Verlag Horb am Neckar, 1993, ISBN 3-89264-825-5

Bildnachweis:

  1. Geschichtsverein Klaffenbach (Abbildung 1)
  2. Entwurf zum Brandversicherungskataster für die zum Rittergut Neukirchen und Höckericht gehörigen Dörfer, Sächs. Staatsarchiv, StA Chemnitz, 30727 Grundherrschaft Neukirchen bei Chemnitz, Nr. 213 (Abbildung 2)